KI-Sichtbarkeits­analyse durch­führen: Anleitung

Wenn jemand ChatGPT nach passenden Anbietern fragt, ist Ihr Unternehmen in der Antwort präsent? Eine KI-Sichtbarkeitsanalyse liefert eine systematische Antwort darauf. Sie zeigt, ob Ihre Marke genannt wird, in welchem Kontext dies geschieht und wo konkreter Handlungsbedarf besteht. Unsere Anleitung zeigt Ihnen in vier Schritten, wie Sie Ihre KI-Sichtbarkeit systematisch messen und interpretieren.

Was ist eine KI-Sichtbarkeitsanalyse?

Neue Suchrealität: Darum reicht Suchmaschinen­optimierung heute nicht mehr

Ablauf einer KI-Sichtbarkeitsanalyse

Grafik zeigt den 4-Schritte-Prozess einer KI-Sichtbarkeitsanalyse: Ziel definieren, Prompts erstellen, Prompts testen und Ergebnisse auswerten.
Die KI-Sichtbarkeitsanalyse erfolgt in vier Schritten: Ziel definieren, Prompts erstellen, Prompts testen und Ergebnisse auswerten.
Frage-TypPrompt-Beispiel
Informational«Wie löse ich [Problem X]?»
Vergleichend«Welche Anbieter sind für [Lösung] führend?»
Transaktional«Was ist das beste Angebot für [Produkt]?»
Markenbezogen«Was ist das Besondere an [Marke]?»
Prompt-TypPrompt-Beispiel
Allgemeiner Prompt«Ich bin 25 und will eine Anlagestrategie entwickeln. Wie gehe ich vor?»
Offener Prompt«Welche Unternehmen könnten mir dabei helfen?»
Spezifischer Prompt«Was hältst du von [Unternehmen] im Vergleich zur Konkurrenz?»

Checkliste KI-Sichtbarkeitsanalyse

Alle Schritte sind kompakt zusammengefasst und dienen als praktische Arbeitshilfe für Ihre eigene KI-Sichtbarkeitsanalyse.

Checkliste herunterladen

KI-Sichtbarkeit kontinuierlich monitoren

Schnelleinstieg: KI-Sichtbarkeit in wenigen Stunden prüfen

Häufige Fragen zur KI-Sichtbarkeitsanalyse

Die Anzahl der getesteten Prompts hat einen direkten Einfluss auf die Aussagekraft Ihrer KI-Sichtbarkeitsanalyse. Zu wenige Fragen liefern ein verzerrtes Bild, während zu viele den Aufwand erhöhen, ohne zwingend zu einem zusätzlichen Erkenntnisgewinn zu führen. Die Test-Prompts sollten verschiedene Perspektiven, Kontexte und Kaufphasen berücksichtigen.

Als Orientierung zur Anzahl Prompts:

  • Schneller Einstieg: 10–15 zentrale Fragen reichen aus, um ein erstes Gefühl für die KI-Sichtbarkeit zu entwickeln.
  • Fundierte Analyse: 30–50 Prompts decken die wichtigsten Themen, Kaufphasen und Fragestellungen der Zielgruppe ab.
  • Kontinuierliches Monitoring: 50+ Prompts ermöglichen es, Entwicklungen über die Zeit differenziert zu beobachten.

KI-Sichtbarkeitsanalysen wirken auf den ersten Blick einfach. In der Praxis schleichen sich jedoch schnell Verzerrungen ein. Wenn Sie die folgenden typischen Fehler vermeiden, werden Ihre Ergebnisse deutlich aussagekräftiger:

  • Einmal testen statt systematisch vergleichen: Einzelne Antworten können Zufallstreffer sein. Erst wiederholte, systematische Tests über mehrere LLMs hinweg zeigen belastbare Muster.
  • Nur ein KI-System nutzen: Jedes LLM hat eigene Trainingsdaten und Logiken. Wer nur ChatGPT testet, erhält ein verzerrtes Bild seiner tatsächlichen KI-Sichtbarkeit.
  • Zu allgemeine oder unpräzise Prompts: Vage Fragen führen zu generischen Antworten und damit zu wenig relevanten Resultaten. Je genauer ein Prompt den Kontext der Zielgruppe abbildet, desto realitätsnäher ist die KI-Antwort.
  • Gesprächsverlauf ignorieren: Viele KI-Sichtbarkeitsanalysen testen nur Einzelprompts. KI-Empfehlungen entstehen in der Realität jedoch oft erst im Dialog. Wer keine Prompt-Ketten testet, unterschätzt seine Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen.
  • Personalisierte Chats verwenden: Alte Chatverläufe beeinflussen die KI-Antworten. Um neutralere Ergebnisse zu erhalten, sollten Sie deshalb in qualitativen Tests immer neue, anonyme Sessions ohne Chathistorie nutzen.

Nicht jedes KI-System liefert bei identischen Fragen dieselben Antworten. Das liegt daran, dass sich die Modelle in mehreren Punkten unterscheiden:

  • Trainingsdaten: Jedes KI-Modell wurde auf einer anderen Datenbasis trainiert. Dementsprechend unterscheiden sich der Wissensstand, die Markenkenntnisse und die Quellenpräferenzen.
  • Antwortlogik: Manche KI-Systeme gewichten strukturierte Inhalte stärker, andere priorisieren redaktionelle Quellen oder aggregierte Informationen.
  • Quellenintegration: Systeme wie Perplexity greifen aktiv auf externe Webseiten oder Wissensdatenbanken zu (retrieval-augmented generation; kurz RAG) und zitieren diese. Andere LLM-Modelle greifen dagegen stärker auf ihr internes Wissen zurück.
  • Dialogverhalten: Einige Modelle reagieren sensibler auf Kontext und Folgefragen, während andere stärker bei der Ausgangsfrage bleiben.

Weil sich KI-Modelle in Trainingsdaten, Antwortlogik und Quellenintegration unterscheiden, gibt es keine einheitliche KI-Sichtbarkeit. Die Wahrnehmung einer Marke variiert je nach KI-System. Erst der Vergleich über mehrere KI-Modelle hinweg ergibt ein realitätsnäheres Gesamtbild.

Eine kontinuierliche Überwachung der KI-Sichtbarkeit zeigt laufend, ob und wie eine Marke, ein Unternehmen oder ein Angebot in KI-Antworten erscheint. Im Vergleich zu gelegentlichen Analysen werden Veränderungen früher erkennbar, beispielsweise neue Wettbewerber, sinkende Erwähnungen, falsche Aussagen oder neue Quellen. Unternehmen können ihre Inhalte somit rechtzeitig korrigieren, ergänzen oder optimieren, bevor Sichtbarkeit verloren geht. Gleichzeitig lässt sich besser messen, ob Optimierungen wirken und die eigene Präsenz in KI-Systemen langfristig gestärkt wird.

Unternehmen testen ihre KI-Sichtbarkeit, indem sie wiederholt relevante Kundenfragen als Prompts in KI-Systemen eingeben und die Antworten dokumentieren. Danach verändern sie gezielt eine einzelne Variable, etwa eine FAQ-Antwort, eine Definition oder eine Produktinformation. Anschliessend prüfen sie erneut, ob KI-Systeme die Marke häufiger erwähnen, korrekter beschreiben oder gegenüber Wettbewerbern empfehlen. Belastbare Ergebnisse entstehen, wenn Unternehmen mit spezifischen Kundenfragen arbeiten, die Tests regelmässig wiederholen und nicht zu viele Änderungen gleichzeitig vornehmen.

Unternehmen können die KI-Sichtbarkeit ihrer Marke mit spezialisierten Tools oder durch manuelle Tests prüfen. Grundlage sind typische Kundenfragen, die als Prompts in ChatGPT, Gemini, Perplexity oder anderen KI-Systemen eingegeben werden. Anschliessend analysieren die Unternehmen, ob die KI ihre Marke erwähnt, korrekt einordnet und gegenüber Wettbewerbern empfiehlt. Zusätzlich dokumentieren sie, welche Quellen, Begriffe und Argumente in den KI-Antworten vorkommen. Besonders aussagekräftig sind Prompts, die reale Entscheidungssituationen abbilden. Beispiele dafür sind: «Welche Anbieter eignen sich für …?», «Welche Lösung ist die beste für …?» oder «Welche Unternehmen sind bekannt für …?».

Autor

Kontakt

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Wir sind gespannt auf Ihre Herausforderungen und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.